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Aufsparrendämmung
Wenn feste Dämmstoffplatten direkt und vollflächig auf die Sparren verlegt werden, spricht man von Aufsparrendämmung. Häufig verwendeter Dämmstoff sind Polyurethanplatten.
Der klare Vorteil der Aufsparrendämmung zur Zwischensparrendämmung ist, dass es keine Unterbrechungen bzw. Wärmebrücken gibt.
Diese Unterbrechungen sind z.B. die Sparren, die natürlich einen geringeren Dämmwert haben als die W�rmedämmung.
Bitumenbahnen
Der Hauptbestandteil dieser Bahnen ist Bitumen, diese schwarze Masse wird, wie z.B. Benzin, aus Erdöl destilliert.
Bitumenbahnen sind flächige, weiche Deckelemente, die aus mindestens einem Trägerstoff (z.B. Polyestervlies) mit beidseitiger Bitumenbeschichtung bestehen. Bitumenbahnen werden in der Regel auf Flachdächern eingesetzt. Sie bilden eine wasserdichte Dachhaut.
Dachgaube
Dachgauben sind Aufbauten auf der Dachfl�che, sie dienen der Raumvergr��erung, der Belichtung und der Bel�ftung.
Es gibt mehrere Formen von Gauben, z.B.:
  • Sattelgaube
  • Walmgaube
  • Schleppgaube
  • Flachgaube
  • Spitzgaube
  • Rundgaube/Ochsenauge
  • Fledermausgaube
Dachrinne
Dachrinnen leiten das Oberflächenwasser vom Dach ab. Sie sind in innenliegende und außenliegende Dachrinnen unterteilt. Äußere Dachrinnen gewährleisten die Ableitung auch bei verstopften Abläufen.
Bei innenliegenden Rinnen besteht die Gefahr, dass Nässe in das Gebäude gelangt.
Dachsteine
Dachsteine bzw. Betondachsteine bestehen aus Sand, Zement, Wasser und Farbpigmenten. Durch den relativ geringen Energieeinsatz bei der Herstellung sind sie gegenüber Dachziegeln etwas günstiger.
Außerdem haben Dachsteine eine lange Lebensdauer.
Dämmstoffe
Dämmstoffe bestehen zum größten Teil aus Luft. Je größer der Anteil von eingeschlossener Luft, desto besser die D�mmwirkung.
Aber auch die Porengröße ist für die Dämmqualit�t entscheidend. Je kleiner die Poren, desto besser die Dämmwirkung. Noch besser als die Luft dämmen einige Gase.
Dämmstoffe sind in Wärmeleitgruppen bzw. -stufen eingeteilt, je kleiner die Gruppe umso höher ist der Dämmwert, z.B. Wärmleitgruppe (kurz WLG) 035 dämmt bei gleicher Stärke besser als WLG 040.
Es gibt zahlreiche Dämmstoffe aus den verschiedensten Materialien.
Im Bereich des Dachdeckerhandwerks sind Dämmstoffe aus Mineralfasern, Polystryrol und Polyurethan am häufigsten.
Dampfbremse
Die Dampfbremse ist eine Folie oder Pappe, die das Diffundieren von Wasserdampf in die Wärmedämmung eines Gebäudes einschränkt.
Im Gegensatz zur Dampfsperre lässt die Dampfbremse eine geringe Diffusion zu.
Dampfsperre
Eine Dampfsperre ist eine Schicht, die auf der warmen Seite eines Bauteils (meistens die Innenseite) angebracht wird und die Wasserdampfdiffusion behindert. Sie soll eine unzulässig hohe Durchfeuchtung der Dämmschicht durch eindiffundierenden Wasserdampf verhindern.
Fallrohr
Fallrohre sind senkrechte Rohre zur Ableitung des Regenwassers au�erhalb von Geb�uden.
Faserzement
Faserzement besteht aus einer Mischung von Zement, synthetischen aber auch organischen Fasern und Wasser. Faserzement ist nicht brennbar, witterungs-, fäulnis- und korrosionsbeständig sowie stoßfest. Zur Färbung werden teilweise auch Eisenoxidpigmente zugesetzt.
Es gibt mehr 25.000 verschiedene Artikel aus Faserzement, im Bereich des Dachdeckerhandwerks sind folgende Formen �blich:
  • Wellplatten
  • Fassadentafeln
  • kleinformatige Fassadenplatten
Faserzementprodukte werden zur Dacheindeckung oder Fassadenbekleidung verwendet.
First
Der obere Abschluss des Steildaches eines Hauses wird als First bezeichnet, hier treffen die geneigten Dachflächen in einer Linie zusammen. Der First wird in der Regel mit speziell geformten Firstziegeln oder Firststeinen oder alternativ bei Metalleindeckungen mit individuell gekanteten Profilen abgedeckt. Dadurch wird verhindert, dass Feuchtigkeit ins Dach eindringen kann. Der First kann zus�tzlich die Funktion einer Dachentlüftung erf�llen. Heute wird der First meist in Trockenbauweise mit einer Firstgratrolle verlegt oder mit einem speziellen Zementkalkm�rtel aufgesetzt.
Flachdach
Unter Flachdächern verseht man nicht nur flach geneigte Dächer, wie es der Name eigentlich vermuten lässt, oder gar Dächer ohne Gefälle. Die Dachneigungen können durchaus 45� und mehr betragen. Als Flachdächer bezeichnet man mehrschichtige Dachaufbauten mit einer wasserdichten Dachhaut aus beispielsweise Bitumenbahnen. Die Fachregel sprechen von Dächern mit Abdichtungen.
Giebel
Giebel sind die Fassadendreiecke unter den Ortgängen, sie befinden sich meist an den kurzen Kopfseiten eines Gebäudes. First- und Trauf-Enden bilden die Eckpunkte des Dreiecks.
Grat
Als Grat bezeichnet man die außen liegenden Schnittlinien von zwei geneigten Dachflächen.
Kehle
Kehlen sind die innen liegenden Schnittlinien von zwei Dachflächen. Dachkehlen entstehen z.B. bei Dachgauben oder innenliegenden Hausecken.
Konterlattung
Die Konterlattung verläuft senkrecht vom Dachfirst zur Traufe. Sie wird auf die Sparren mit Stiften oder Schrauben montiert. Sie trägt die Traglattung. Dadurch werden Lasten an die Unterkonstruktion abgegeben. Die Konterlattung ermöglicht außerdem die Hinterlüftung.
Kupferblech
Kupferblech ist ein durch Walzen hergestellter Werkstoff. Er findet Verwendung beim Decken von Dachflächen, Dachentwässerungen oder für Dachklempnerarbeiten.
Aus Kupferblech können Dachrinnen und Fallrohre hergestellt werden, aber auch Wetterhähne und Abdichtungen. Kupferbleche sind aufgrund ihrer Langlebigkeit von über 200 Jahren bei Bauherren und Architekten sehr beliebt.
Ortgang
Als Ortgang bezeichnet man den rechten oder linken Dachabschluss an der Giebelseite. Spezielle Ortgangziegel schließen das Dach über die Kanten ab und tragen zu einem zusätzlichen Schutz der Dachkonstruktion bei.
Schiefer
Schiefer ist ein Naturprodukt. Entstanden in einem langen erdgeschichtlichen Prozess. Nicht jedes Vorkommen hat die gleichen geologischen Gegebenheiten.
Schiefer ist ein Sedimentgestein mit natürlichen Farbunterschieden und verschiedenen Oberflächenstrukturen. Die im Tage- oder Untertagebau geförderten Gesteinsbl�cke werden in ca. 4 bis 6 mm dicke Platten gespalten. Diese Platten werden anschlie�end in die gewünschte Form je nach Deckart und -muster gebracht. Schiefersteine werden zur Dacheindeckung oder Fassadenbekleidung verwendet.
Sparren
Ein Sparren, oder auch Dachsparren, ist ein tragendes Bauteil in Dächern. Sparren sind diejenigen Träger, die zwischen Traufe und First geneigt sind und die Dachhaut tragen
Steildach
Von Steildächern wird in Regel ab einer Dachneigung von 22� gesprochen. Steildächer werden häufig mit regensicheren Deckmaterialien, wie Dachziegel oder Schiefer, eingedeckt.
Stutzen
Stutzen verbindet die Dachrinne mit dem Fallrohr.
Titanzinkblech
Titanzink ist eine Legierung aus Zink und geringen Mengen Titan und Kupfer.
Titanzinkblech ist ein durch Walzen hergestellter Werkstoff. Es wird als Blech in unterschiedlichen Dicken (am häufigsten 0,7�mm dick) hergestellt.
Titanzink wird als Tafelware oder als Rollenware auf Coils in Verkehr gebracht. Titanzinkbleche finden Verwendung beim Decken von Dachflächen, Dachentwässerungen oder für Dachklempnerarbeiten, außerdem können aus diesen Blechen Dachrinnen und Fallrohre hergestellt werden.
Tondachziegel
(z.B. Flachdach-, Rheinland-, Doppelmuldenfalz- oder Hohlziegel)
Zu den ältesten Baustoffen gehören die Tonziegel. Die ersten Tonwaren gab es schon vor ca. 25.000 Jahren.
Dachziegel ohne Falzen sind seit ca. 4300 Jahren gebräuchlich, solche mit Verfalzung sei dem Jahre 1844.
Sie werden aus einem Ton-, Lehm-, Sandgemisch geformt und gebrannt. Dachziegel bieten etliche Vorzüge beispielsweise zum Dachstein: So gewährleistet etwa die kapillare Struktur des Naturbaustoffs, dass aufgenommene Feuchtigkeit relativ schnell wieder abgegeben werden kann.
Die farbigen Engoben bzw. Glasuren sind zudem resistent gegenüber allen Umwelteinflüssen und daher für Flächen wie für Detaillösungen optimal geeignet.
Traglattung
Die Traglattung besteht aus parallel zur Traufe angeordneten Dachlatten, die zur Aufnahme von Dachziegeln und -steinen dienen.
Traufblech
Traufbleche leiten Regenwasser sicher von der Dachkante in die Regenrinne ab. Sie bestehen in der Regel aus dem gleichen Material wie die Dachrinne und schützen die innenliegende Holzkonstruktion vor eindringender Nässe.
Traufbohle
Eine Traufbohle ist die unterste Traglatte (im Bereich der Traufe) und ein Teil der Traglattung. Auf die unterste Dachlatte, eben die Traufbohle, wird die erste Reihe der Deckung lediglich aufgelegt. Traufbohlen sind im Querschnitt größer als die normalen Dachlatten und haben oft einen trapezförmigen statt rechteckigen Querschnitt. Dadurch folgt die Oberseite der Traufbohle der Neigung der Dachdeckung und bewirkt damit eine gleichmäßige Dachneigung aller Eindeckungsreihen der Dachfläche.
Traufe
Dachtraufe, kurz Traufe, nennt sich die Tropfkante am Dach. Bei Regen flie�t hier das Wasser der Dachfläche ab. Daher befindet sich an der Traufe auch meist ein Dachentwässerungssystem, z.B. eine Dachrinne. Als Traufpunkt wird der Schnittpunkt zwischen der senkrechten Au�enwandfläche und der Dachhaut bezeichnet
Unterspannbahn
Eine Unterspannbahn ist eine flächige Folie, meist diffuisionsoffen, die bei Steildächern unterhalb einer wasserableitenden Dachdeckung angeordnet wird. Sie dient dazu, Flugschnee oder Regen, der vom Wind unter die Eindeckung geblasen wird, nach unten abzuleiten. Sie dient außerdem als Noteindeckung bei Dachumdeckungen.
U-Wert
Der U-Wert gibt an, welche Energiemenge in Watt (W) durch eine Dachfläche von 1 m� fließt, wenn sich die beidseitig anliegenden Lufttemperaturen um je 1� Kelvin (K) Temperaturdifferenz unterscheiden: z.B. U = 1,0 W /m�K.
Vorbewittert
Metalle, wie Titanzink, Kupfer oder Blei, werden im Werk durch Gießen und mehrfaches Walzen in Tafelform gebracht.
Danach werden die Tafeln im Werk einer künstlichen Bewitterung ausgesetzt, dem Beizen. Dadurch bekommen die Metalle eine gleichm��ig verwitterte Oberfläche. Die Oberfläche in meist matt.
Walzblank
Metalle, wie Titanzink, Kupfer oder Blei, werden im Werk durch Gießen und mehrfaches Walzen in Tafelform gebracht.
Es geschieht keine weitere Bearbeitung im Werk, daher spricht man von walzblank. Walzblanke Metalle sind meist gl�nzend.
Der Witterung ausgesetzt bildet sich eine so genannte natürliche Patina, diese schützt das Material und macht Wartung und Pflege �berflüssig.
Wange
Die Wange ist der seitliche Teil einer Gaube. Die meisten Wangen sind senkrechte Wände, die oberhalb der Hauptdachfläche beginnen.
Wärmebrücke
Eine Wärmebrücke (oft fälschlicherweise als Kältebrücke bezeichnet) ist ein Bereich in Bauteilen eines Gebäudes, durch den die Wärme schneller nach au�en transportiert wird, als durch die anderen Bauteile.
Man unterscheidet konstruktive, geometrische und stoffliche Wärmebrücken.
  • Konstruktive Wärmebrücken entstehen durch Konstruktionen mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit.
    Beispiele hierfür sind z.B. Stahlbetondeckenverbund zu Au�enwänden, Ringanker oder Heizkörpernischen.
  • Geometrische Wärmebr�cken ergeben sich beispielsweise durch Versprünge oder Ecken in einem ansonsten homogenen Bauteil, wenn der Innenfläche eine grö�ere Au�enfläche, durch die die Wärme abfließt, gegenüber steht. Beispiel hierfür ist die Hausaußenecke.
  • Stoffliche (materialbedingte) Wärmebrücken liegen dann vor, wenn in Wärmestromrichtung unterschiedliche Baustoffe im Querschnitt liegen.
    Beispiele hierfür sind z.B. eingelassene Stahlträger oder ein Betonsturz in einer Klinkerwand.
Zwischensparrendämmung
Von Zwischensparrendämmung ist die Rede, wenn der Bereich zwischen Sparren, das so genannte Sparrenfeld, mit einem Dämmstoff ausgefüllt wird.
Häufig wird ein Mineralfaserdämmstoff verwendet. Zwischensparrendämmung ist in den meisten Fällen wesentlich günstiger als die Aufsparrendämmung.